Angetrieben

Dies ist eine streng hypothetische Geschichte, die allein meiner Phantasie entsprungen ist.
Gefördert wurde sie von einem Freund, mit dem ich darüber philosophiert habe: Was wäre wenn…
Grundlage dazu dient mein aktuelles Hobby.

Hier ist die Geschichte eines Sternenzerstörers, welcher “Angetrieben” wird…

In einer fernen Galaxie, in einer fernen Zukunft betrachtete Gnu-Tarak den Bildschirm seines Hyperraum-Radars. Es war eine gelangweilte Schicht, wie jedes Mal. Schließlich waren die einzigen Probleme, die im Hyperraum zu finden waren die Trrk-Piraten, welche sich aber schon lange nicht mehr gezeigt hatten.
Auf einmal blinkte ein kleiner roter Punkt auf.
Verschlafen blickte Gnu-Tarak von seinem Getränk auf und blinzelte. Der rote Punkt blinkte nochmals und diesmal etwas näher als vorher.

Plötzlich kam Bewegung in die kleine Radar-Kammer und das Getränk fiel mitsamt dem Becher auf den Boden. Gnu-Tarak kümmerte sich nicht darum als er aus dem Raum stürzte.

Nur einige Momente später kam er wieder mit seinem Vorgesetzten in die Kammer gestürzt.
Beide schauten bestürzt auf den blinkenden roten Punkt, der mittlerweile schon den als definitiven Hyperraum-Flug erkennbar war.

Die beiden Raumstationären schauten sich beide kurz an bis Gnu-Tarak zu seinem Sprechgerät griff und den Obersten der Überwachungsstation verständigte. Zuerst wollte der Oberste nicht glauben was er hörte. Trrk-Piraten im Anflug? Das konnte nicht sein. Gnu-Tarak konnte die Pause im Gespräch hören, während der Oberste sich selbst einen Überblick über die Lage machte.
Wie es aussah schien der blinkende Punkt im äußeren Perimeter stehen zu bleiben und kam nicht mehr näher. Nun leuchtete er blau.
Dies bedeutete, dass das Schiff aus dem Hyperraum ausgetreten war und im System flog.
Sofort unterbrach der Oberste die Komm-Verbindung mit Gnu-Tarak und er wusste, das nun die Verteidigungsflotte informiert wurde. Die Prozesse waren klar, deutlich und genauso tödlich für jeden anfliegenden Feind.
In Kürze würde ein erster Erkunder den Radar-Lichtpunkt unter in Augenschein nehmen, während eine größere Flotte sich kampfbereit machte.

Der Aufklärer der Gartok-Klasse hatte ein schnelles und schneidiges Design. Er war mit einem der stärksten konventionellen Antriebe ausgestattet, das ihn weit wendiger und schneller machte, als so manch einen Kampfflieger. Leider wurde das Design auch soweit abgespeckt, so dass es nur wenige Waffen an Bord hatte.
Der Pilot hatte jedoch keinerlei Zweifel daran, dass ihm nichts geschehen würde. Er war schließlich einer der besten Piloten die seine Heimatwelt zu bieten hatte.
Er konnte nahezu jedem gegnerischem Flieger ausweichen und dabei herausfinden, von welcher Art die Bedrohung ist. Sobald er den Alarm bestätigt hatte, konnte er wieder zurück fliegen und auf der Hälfte der Strecke würde er von einer Staffel Kampflieger begrüßt werden, die den Feind abfangen und eventuelle Verfolger abfangen würden.

Murr-Ek, der Pilot des Aufklärers, bestätigte gerade das er das fremde Schiff auf seinem Kurzstreckenradar hatte und begann mit einem elliptischen Anflug um den Gegner über seine Absichten im Unklaren zu lassen.
Nur für den Fall das es Abwehr-Mechanismen gab wechselte er den Vektor nicht nur einmal. Er begann unruhig zu werden, als er bemerkte dass der Punkt auf dem Radar sich nahezu nicht bewegte und mehr oder weniger im Raum zu hängen schien.
Als er weitere tausend Kilometer zurückgelegt hatte, schaltete er seine Sicht um, so dass er die Energiemessungen des Objektes wahrnehmen konnte. Verdutzt schaltete er die Ansichten nochmal hin und her. Das Objekt gab nahezu keine Energie ab!
Auch biologische Messwerte gab es nicht. Das konnte nicht sein!

Sehr verdutzt und ein wenig verärgert, dass er wahrscheinlich einen defekten Flieger bekommen hatte, näherte er sich dennoch näher an. Wenn die Geräte nicht korrekt funktionieren sollten, so würde er sich mit eigenen Augen vergewissern, welches Schiff da ins System eingetreten war.
Das Radar teilte ihm mit, das er schon nah dran sein musste, aber es war kein Schiff zu sehen, welches fähig gewesen wäre einen Hyperraumantrieb zu tragen. Erfahrungsgemäß wusste Murr-Ek das solche Schiffe sehr riesig waren, da die Antriebe sehr teuer waren. Meist fungierten Sie auch als Träger für mehrere größte Frachter, oder noch mehr kleinere Schiffe und Kampfflieger.
Aber er konnte nichts sehen, was seine Erwartungen erfüllte.

Er flog nah an den Radarpunkt heran, konnte aber nichts finden. Theoretisch müsste er direkt mitten in dem Schiff sein, aber es war nur leerer Raum zu sehen.
Verärgert rief er die Zentrale um einen Fehlalarm zu melden. Hier gäbe es absolut nichts, was auch nur interessanter wäre als ein durchschnittlicher Nurvek.

Als er seinen Aufklärer umdrehte um wieder gemütlich nach Hause zurück zu fliegen, bemerkte er eine Reflektion auf seiner linken Seite. Wahrscheinlich war es Weltraummüll, aber da er schon mal hier war, beschloss er sich die Reflektion anzuschauen.
Dort fand er ein kleines Objekt, das nicht sehr an Müll erinnerte. Es war etwas, das er noch nie gesehen hatte, aber definitiv kein typischer Weltraummüll. Schnell machte er ein paar Bilder und Messungen um die Beobachtung später von den Wissenschaftlern bestätigt zu wissen.
War es das Objekt, das die Radar-Station gemessen hatte?

Einige Stunden später traf ein anderes Schiff an der Stelle des Radar-Echos ein und versuchte auf allen bekannten Frequenzen und Wegen mit dem unbekannten Objekt zu kommunizieren. Da keinerlei Reaktion von dem Schiff kam, wurde es in Schlepp genommen und man brachte es zu einer der planetaren Stützpunkte.
Während des Eintritts in die Atmosphäre des Planeten fiel dem Piloten des Schiffs leider nicht auf, dass das geschleppte Objekt wohl nicht feuerfest war und so wurde das Geheimnis um dieses Objekt nie gelüftet.

Eine sehr lange Zeit zuvor…

Dr. Helska betrachtete ihr Werk. Einen theoretisch funktionierenden Hyperantrieb.
Sie hatte sogar eine Miniatur-Version ihres Antriebs, welcher funktionsbereit im Labor stand.
Nun war nur noch das große Problem der praktischen Erprobung vorhanden. Wie konnte man einen Antrieb testen, der Probleme machen würde, wenn man ihn auf einer planetaren Ebene startete und sich kein Raumschiff leisten konnte?
Überhaupt, wie groß war die Chance ein Raumschiff zu bekommen, welches klein genug ist um mit dem Antrieb zu fliegen?
Zum Glück hatte ihr Mann ein Hobby, welches in Reihe kleinere Schiffe hervorbrachte. Er baute Schiffe aus kleinen Plastik-Bauklötzchen und stellte diese in einem Raum der gemeinsamen Wohnung aus.

Ca. 30 Tage später startete eine Rakete mit einem experimentellen Antrieb in die Umlaufbahn der Erde.
Im Kontrollraum wurde gejubelt, als die das modifizierte Schiff automatisch ausgesetzt wurde und in eine Umlaufbahn um die Erde schwenkte.
Nur wenige Minuten später schaltete der Hyperantrieb ein und einige Lego-Steine wurden einer starken Beschleunigung ausgesetzt.
Es wurde wieder gejubelt, als klar wurde das der Antrieb ein Erfolg war.
Erst im Nachhinein wurde die Frage gestellt wohin die Reise ging.